Nach der final defense der Studienarbeit gings dann für mich nach Hause zu meinen Großeltern. Mit einer Freundin unternahm ich eine Tagesreise nach Pingyao, einer Kleinstadt im Süden der Provinz Shanxi. Bekannt ist die Stadt vor allem durch die hervorragend erhaltenen Bauten aus der Ming Dynastie. Kurz gefasst: hier scheint die Zeit seit Jahrhunderten stehen geblieben zu sein. Seit neustem stellte man fest, dass durch Tourismus durchaus gutes Geld zu machen ist. So boomt seit einigen Jahren hier Tourismussparte.
Kurz vor der Abfahrt: auf einem Fahrrad kann alles transportiert werden....

Hier ist wohl eine Wassermelone auf den Boden gefallen

Dreirad-Fahrzeuge. Fühle mich einwenig an die Tuktuks in Thailand erinnert

Die Stadtmauer von der Altstadt




Diese Holzbalken wurden bewusst auf geringer Höhe gehalten, sodass die Besucher nur mit gekrümtem Rücken hineingehen können. Somit "zollten" die Besucher den Göttern Respekt, was eigentlich erzwungen wurde...

Innenansichten einiger Höfe


Hier saß mal früher ein Richter. Dahinter ist übrigens ein Tempel, und der ahnungslose Tourist wird hineingeführt. Ein Mönch betet einem was vor und meint, den Leuten was über ihre Zukunft erzählen zu müssen. Natürlich nur positives, aber auch leeres Gelaber. Und um seinen Segnungen Kraft zu verleihen, können sich die Touristen für teures Geld Räucherstäbchen kaufen.... man wird auf eine selbstverständliche Art herumgeführt, und an das Kaufen von Räucherstäbchen steht offenbar fest im Proramm. Übrigens hat der Mönch wohl gleich festgestellt, dass ich seinen "Prophezeiungen" keinen Glauben schenke... also hielt er sich - im Gengensatz zu meiner Begleiterin - mit Lob und Preisungen auf meine Zukunft zurück. Naja, irgendwie hat er auch versucht, etwas über mich auszusagen.... nunja, leider lag er mit seinen Vermutungen ziemlich daneben, was meinen Werdegang und Status anbetrifft. Man kanns ihm auch nicht übel nehmen, er hat auch keinen leichten Job und ich habe auch keinen 0815 Lebenslauf wie die meisten seiner "Kunden"

Blick auf die Altstadt, aufgenommen auf den Stadtmauern


Kanonen holländischer Herkunft

Nicht alle Straßenecken wurden für die Touristen renoviert.


Achja, mit diesen Elektroautos sind wir rumgefahren worden. Die schaffen bis zu 50 km/h und können mit einer vollen Batterieladung paar hundert Kilometer fahren.

Pingyao war früher ein Zentrum von chinesischem Bankenwesen. Früher gehörte die heutige Mongolei auch noch zu China, und beim Blick auf die Karte wird einem schnell klar, dass die Provinz Shanxi, wo auch Pingyao liegt, ziemlich genau im Zentrum von China lag, und aus der günstigen Lage resultiert seine Funktion als Umschlagplatz und Knotenpunkt für die Verteilung von Gütern und Geldern. Im 19. Jahrhundert gehörte Shanxi zu den reichsten Provinzen Chinas, begünstigt durch das aufstrebende Bankenwesen und umherziehende Händler, die den Warenaustausch zwischen der Mongolei und Südchina förderten. Die Kaufleute und Händler aus Shanxi waren bekannt für ihre Tüchtigkeit. Hm... irgendwie bin ich auch bisschen stolz auf meine Vorfahren. Damit die Waren und Silber auch sicher ins Ziel ankamen, wurden private und bewaffenete Sicherheitsdienste angeheuert, die vor Räubern schützen sollten. Die besten Sicherheitsdienste kamen auch aus Shanxi.


Hier trainierten die Jungs

Hochzeitskutsche

Alte Türen. Das typische Geräusch beim Öffnen und Schließen klang super


Das höchste Gebäude der Stadt

Das chinesiche Zeichen für Treue

Händler für Kleinkrams, zugeschnitten auf die Touristen

Alte Häuser, auf Hochglanz aufpoliert. Manche der alten Bauten, vor allem Tempeln, wurden vor drei Jahrzehnten im Zuge der proletarischen Kulturrevolution von der Roten Garde zerstört.... man beachte die übrig gebliebene Treppe in der Mitte des Bildes.


Auch Pferdekarren sind vereinzelt noch zu sehen