Donnerstag, 22. Mai 2008

Thailand - Bangkok

Zu der 1. Mai Woche gab's 4 Tage frei. In China pflegt man zum Tag der internationalen Arbeit die Arbeit für mehrere niederzulegen. Gero und ich entschieden uns für Thailand - und schwänzten paar Vorlesungen, um mehr Zeit für Thailand zu haben. Wie heißt es nochmal so schön: Zeit muss man sich nehmen....

Ich muss sagen, dass dies nun für mich die erste Reise ist, bei der ich nicht die Sprache des Landes spreche. Bisschen murmelig war mir schon....Wie auch immer, die erste Station war Bangkok.
Kurz vor der Abfahrt von Nordosttor der Tsinghua University
Flughafen von Peking. Wir reisten als Einzelpersonen. Chinesen dagegen reisen grundsätzlich in organisierten Reisegruppen. Eigentlich total langweilig, da man ja überall rumgeführt wird. Bleibt noch anzumerken, dass die chinesische Reisegruppe hier aus so circa 50 chinesischen Männern besteht, die alle so zwischen 30 und 50 Jahre alt waren... naja, was die wohl drüben machen? ...Tut mir leid, bei dem Reisziel Thailand denkt jeder wohl zwangsweise an das Gleiche. Am Flughafen von Bangkok angekommen. Ausgestattet mit Visum und frischen Thai-Geld, Baht genannt, kann's nun endlich losgehen. Aktuell ist der Euro ziemlich stark, und die Wechselkurse hätten nicht günstiger sein können - also für uns. Für 1 Euro bekommt man ziemlich genau 50 Baht, die Umrechnung ist also ganz easy.
Bangkoks U-Bahn ist erst wenige Jahr alt. Ziemlich modern und ziemlich geil. Und wer war hier am Werk? Siemens Transportation Systems! YEAH!!
Und ich dachte, China ist zu bunt. Thailand ist ja noch bunter. Pinke Taxen und grell beleuchtete Autos und Motorräder prägten das Stadtbild von Bangkok.
Verarsche ist überall! Während ich die Karte studierte, ging Naturforscher Gero ein wenig vor, um ein Flüsschen, in meinen Augen ein total unbedeutens Biotop, genauer unter die Lupe zu nehmen. Von seiner Perspektive - man bewundere das Flüsschen rechts unten - machte er diesen Schnappschuss. Wenige Sekunden später kam der Typ mit dem weißen Polohemd auf mich zu. Und als ich ihm sagte, dass ich Chinatown suche, antwortete er, dass er auch in die Richtung müsse. Er gab an, für das thailändische Agrarministerium zu arbeiten. Angeblich gab es eine wichtige Konferenz in Bangkok, und die sei nun beendet. Nun schlägt er seine Zeit tot, weil sein Zug erst am Abend fährt. Man kann sich jetzt zwar fragen, warum er zufällig in die gleiche Richtung wie wir laufen musste, obwohl er doch nichts vorhabe und nur seine Zeit totschlagen wollte?? Naja, damals haben wir nicht so viel gedacht. Der Mann, der sich Chai nannte, konnte übrigens exzellent Englisch und wusste über das aktuelle Weltgeschehen ziemlich gut Bescheid. Angeblich haben sie in Bangkok über den Anstieg Lebenmittelpreise besprochen. Chinatown. Wenige Stunden zuvor habe ich China verlassen, um nach 6 Stunden Flug wieder Chinesisch sprechen zu können. Naja, und chinesisch essen waren wir auch.
Plötzlich sagte uns unser Kumpel Chai, dass Chinatown total langweilig sei und dass wir lieber zu den Tempeln fahren sollten. Er bezahlte die Busfahrt und meinte lächelned, dass er ja ein stabiles Einkommen hätte...
Dreirad Taxen, auch Tuktuks genannt - eine thailändische Sehenswürdigkeit. Eigentlich fahren auch fast nur Ausländer damit rum. In vierlerlei Hinsicht sind die Taxen schon ziemlich bemerkenswert: Sie scheinen kaum Sprit zu verbrauchen, der Tank bietet Platz für schätzungsweise 2 L Sprit. Darüber hinaus sprechen die Tuktukfahrer alle ziemlich gut Englisch, was man nicht gerade von den regulären Taxifahren erwarten kann. Zu guter Letzt haben die Tuktuks keine Taxometer (wie man diese Uhren auch immer nennt), was bedeutet, dass man die Preise mit den Fahrern verhandeln muss. Es stellte sich später heraus, dass wir überall locker das dreifache gezahlt haben. Und normale Taxen waren deutlich günstiger. Insgesamt kann man mal mit den Dingern fahren, doch auf Dauer ist das Ganze viel zu unangenehm: man kriegt die ganzen Abgase von den Bussen und Autos direkt ins Gesicht. Und bei Unfällen zieht man auch wohl eher die berühmte Karte....

Aus dem Tempelbesuch wurde plötzlich ein Bootsfahrt. Hum? Naja, misstraurisch wurden trotzdem nicht. Er rief jemanden an und plötzlich kam ein leeres Boot für uns drei.

Die alten Häuser von den Bauern von Bangkok. Sie haben ihr Land verkauft, auf ihren Feldern stehen nun die Hochhäuser von Bangkok. Doch ihre Häuser und ihre Lebensweise haben sie behalten.


Man wäscht sich einfach hier im Fluss.
Man geht nicht Einkaufen, die Restaurants und Geschäfte kommen. Auf den Booten wird alles mögliche verkauft bzw gekocht.



Arm lebt unmittelbar neben reich. Neue und schicke Häuser sind vereinzelt zu sehen.
Er führte uns zu einem kleinen Restaurant direkt am Fluss. Naja, er bestellte alles und bestand darauf, uns einzuladen. Nunja, abgesehen von einer Ananas hat er nichts zu essen bestellt, aber mehrere Flaschen thailändisches Chang Bier mit einem Alkoholgehalt von knapp 7%. Und der Typ becherte ordentlich. Schließlich könne er sich ja am Abend im Zug ausruhen, wie er sagte. Bei diesem Bild hier war hier schon ordentlich zugedröhnt.

Auf der Rückfahrt kam plötzlich der gleiche Bootsfahrer wieder zufällig vorbei. Und plötzlich musste der Chai jetzt zu seinem Onkel. Und Chai sagte uns, dass der Bootsfahrer 30 Euro für die Bootsfahrt haben wollte. Dabei hatte der Bootsfahrer plötzlich das Boot mitten aufm Fluss angehalten... Chai zeigte uns seinen Geldbeutel und meinte, er habe das Bier bezahlt und nun kein Geld mehr. Alles war gelogen. Wir gaben ihm 10 Euro, und offensichtlich hats ihm auch gereicht....




Innenansicht eines Tuktuks.


In den Tempeln lebten viele Wildkatzen.
Kennt man aus Forrest Gump

Der europäische Pauschaltourist. Weisses Polohemd, khaki Shorts, Tennissocken, Sportschuhe und ausgestattet mit Kamera, Hut und Schirm....


Krönungssaal des thailändischen Königs. Man beachte den europäischen Baustil. Das Gebäude könnte auch irgendwo in London stehen. Übrigens war Thailand, vor dem Krieg Siam genannt, selbst zu Zeiten des Kolonialismus ein unabhängiges Land. Wie auch immer, es herrschte ein regelrechter Personenkult um die Person des Königs.