Mittwoch, 14. November 2007

Shanghai, part III

Die Radfahrt hat uns doch uns ganz schön ins Schwitzen gebracht. Es war zwar Anfang Oktober (okay, ich weiss, ich lieg mit dem Blog ungefähr einen Monat zurück, Asche auf mein Haupt), aber wir hatten immer noch knapp 30°C und die hohe Luftfeuchtigkeit hatte uns den Rest gegeben. Kurze Klamotten mussten her. Also gingen wir in dieses mall - direkt neben dem weltbekannten Fernsehturm.

Die Sachen hatten europäische Preise und dementsprechend gering war die Anzahl der Kunden - und beim Schreiben fällt ein, dass der kleine Klugscheißer in mir es auch mit der Preis-Absatz-Funktion erklären könnte. Hohoho, BWL ist vielleicht doch mehr als leeres Gelaber? Wie auch immer, die meisten Kunden hatte immer noch H&M. Auch hier waren die Sachen genauso teuer (oder billig) wie in Deutschland, doch immerhin können sich das schon mehr Chinesischen leisten. Und H&M verleiht immerhin den Kunden ein europäisches, naja, sagen wir besser pauschal ausländisches Lebensgefühl, und das scheint der chinesischen Kundschaft sehr gut zu gefallen. Und bunt ist sowieso hier immer gut. Wenn die nur wüssten, was für eine Trashkette H&M in Wirklichkeit ist.... Tatsächlich ist dieser Trend sowohl in Peking als auch in Shanghai zu beobachten. Viele ausländische Ketten setzen auf Expansion mit bestehenden Produkten in neuen Märkten, um dem Druck im Heimatland zu entgehen. Tatsache ist, dass viele ausländische "Topmarken", deren Produkte hier zu Höchpreisen verkauft werden, kaum in Europa groß in Erscheinung getreten. Oder ich formuliere es besser so: mir sind sie jedenfalls kaum bekannt. Z.B. die deutsche "Edelmarke" Kaiser, wie das hier immer heißt... hier scheinen die überall zu sein, und ein Hemd kostet bis zu 80€ - hat einer in Deutschland schon mal was von der Marke gehört? Auch in Deutschland etablierte Marken wie eterna, olymp oder Boss findet man hier kaum. Ralph Lauren, Hilfiger etc findet man auch nur auf dem Fake-Market, aber nicht in den Edel-Geschäften, obwohl die durchaus noch teuere Produkte verkaufen. Gucci, Armani Krams dagegen findet man wieder häufiger. Der Markt des guten Geschmacks ist also durch und durch eine Sache von geschickter Marketing und Marktpositionierung.

Beim H&M trafen wir auch das schwedische Topmodel Elli M. ;)
Nachdem Sabrina ihre Sachen bekommen hatte, gingen wir Essen. Beim Burger King, versteht sich - schließlich sind wir in China und westliche Zeugs a la McDonald's sind für Erste zu vermeiden.

Sehr nachdenklich,
Leider hatte das Wetter nur zeitweise mitgespielt... suboptimal.

Hier nochmal einige wichtige Beweisfotos
... und die glücklichen Kinder:

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Es war der 1.10 - der chineische Nationalfeiertag war von höchster nationaler Bedeutung und man fürchtete wohl Ausschreitungen an diesem wichtigen Feiertag. Jedenfalls wurde die gesamte Promenade zwischen 8 und 11 Uhr gesperrt. Und die Uniformierten forderten uns auf, die Terasse des Lokals zu verlassen. Für ein gutes Fotos blieb da leider nicht mehr viel Zeit....


Auf dem Fernsehturm, der übrigens abends total kitschig bunt und wie ich finde, auch geschmacklos, beleuchtet wird, gab es ein Buffet für irgendwas um die 30 €. Nach langem Diskutieren wollten wir dann doch dort essen gehen. Doch wir waren ein bisschen zu spät. Nach 20 Uhr werden keine neuen Gäste mehr raufgelassen. Chinesischen essen nun mal früher.....

Neben dem Fernsehturm gab es zwei japanische und ein chinesisches Restaurants. Leider hatte uns das chinesische nicht so angesprochen. Also gingen wir zum Japaner essen - am chinesischen Nationalfeiertag. Ohje, ohje...