Samstag, 19. Juli 2008

Chaos - Stress - Abflug

Die letzen Tage waren stressig. Bin deutlich länger in meiner Heimatstadt geblieben als geplannt, ergo hatte ich auch weniger Zeit in Peking als ursprünglich vorgesehen. Hoppste zwischen Post, Department, Schneider und Shopping Malls hin und her. Naja, irgendwie habe ich es dann doch noch gemeistert. Als ich fertig mit allem war, blieb mir auch keine Zeit mehr - ich fuhr direkt zum Flughafen.
So sah mein Zimmer beim Packen aus. Chaos pur, um in meinem Zimmer von A nach B zu kommen, war Springen oft die einzig probate Fortbewegungsmöglichkeit.... Vieles wurde weggeworfen, der Rest wurde entweder nach Deutschland verschickt oder mitgenommen.Der Krams aus dem Spring Semester. Production Management II, Manufacturing Technology II, Welding Technology, Chinese Culture and Society and Thesiskrams. War wunderbar und traurig zugleich, denn das Wegwerfen dieser Sachen markierte auch gleichzeitig das Ende dieses wunderbaren Jahres.
Mein Damenfahrrad. Erworben für 30 Euro, bis auf den Rahmen wurden die meisten Teile repariert oder gar ersetzt.
Vom Flug hab ich leider keine Bilder gemacht. Wir sind kurz vor Mitternacht chinesischer Zeit von Peking gestartet. Ich konnte nur sehr schlecht schlafen, Gero hatte während des Fluges nach Dubai kein Auge zugekriegt. Nach sieben Stunden Flug landeten wir am Dubai International Airport. Ächzend, dieser Flughafen. Überall lagen Menschen, meistens Gastarbeiter aus Pakisten und Indien, die entweder schliefen oder einfach lieber im Liegen anstatt im Sitzen auf ihren Flieger warten wollen. Gero, der anfangs unbedingt ein Hotelzimmer am Flughafen nehmen wollte, sah dann davon ab, als uns der Betreiber uns die Preise nannte: 50 Euro pro Stunde. Da erschien einem der Teppichboden am Flughafen doch plötzlich ganz angenehm kuschelig. Ich verweise an dieser Stelle mal auf klugscheißerisch auf die Preis-Absatz-Funktion ;) Jedenfalls: Gero entschied sich für das Schlafen auf dem Teppichboden. Ich setzte mich in ein Cafe - schließlich mussten wir über 10 Stunden warten. Nach weiteren 6 Stunden Flug kamen wir endlich dann in Düsseldorf an.

Pingyao

Nach der final defense der Studienarbeit gings dann für mich nach Hause zu meinen Großeltern. Mit einer Freundin unternahm ich eine Tagesreise nach Pingyao, einer Kleinstadt im Süden der Provinz Shanxi. Bekannt ist die Stadt vor allem durch die hervorragend erhaltenen Bauten aus der Ming Dynastie. Kurz gefasst: hier scheint die Zeit seit Jahrhunderten stehen geblieben zu sein. Seit neustem stellte man fest, dass durch Tourismus durchaus gutes Geld zu machen ist. So boomt seit einigen Jahren hier Tourismussparte.

Kurz vor der Abfahrt: auf einem Fahrrad kann alles transportiert werden....
Hier ist wohl eine Wassermelone auf den Boden gefallen
Dreirad-Fahrzeuge. Fühle mich einwenig an die Tuktuks in Thailand erinnert
Die Stadtmauer von der Altstadt




Diese Holzbalken wurden bewusst auf geringer Höhe gehalten, sodass die Besucher nur mit gekrümtem Rücken hineingehen können. Somit "zollten" die Besucher den Göttern Respekt, was eigentlich erzwungen wurde...
Innenansichten einiger Höfe

Hier saß mal früher ein Richter. Dahinter ist übrigens ein Tempel, und der ahnungslose Tourist wird hineingeführt. Ein Mönch betet einem was vor und meint, den Leuten was über ihre Zukunft erzählen zu müssen. Natürlich nur positives, aber auch leeres Gelaber. Und um seinen Segnungen Kraft zu verleihen, können sich die Touristen für teures Geld Räucherstäbchen kaufen.... man wird auf eine selbstverständliche Art herumgeführt, und an das Kaufen von Räucherstäbchen steht offenbar fest im Proramm. Übrigens hat der Mönch wohl gleich festgestellt, dass ich seinen "Prophezeiungen" keinen Glauben schenke... also hielt er sich - im Gengensatz zu meiner Begleiterin - mit Lob und Preisungen auf meine Zukunft zurück. Naja, irgendwie hat er auch versucht, etwas über mich auszusagen.... nunja, leider lag er mit seinen Vermutungen ziemlich daneben, was meinen Werdegang und Status anbetrifft. Man kanns ihm auch nicht übel nehmen, er hat auch keinen leichten Job und ich habe auch keinen 0815 Lebenslauf wie die meisten seiner "Kunden"
Blick auf die Altstadt, aufgenommen auf den Stadtmauern

Kanonen holländischer Herkunft
Nicht alle Straßenecken wurden für die Touristen renoviert.

Achja, mit diesen Elektroautos sind wir rumgefahren worden. Die schaffen bis zu 50 km/h und können mit einer vollen Batterieladung paar hundert Kilometer fahren.
Pingyao war früher ein Zentrum von chinesischem Bankenwesen. Früher gehörte die heutige Mongolei auch noch zu China, und beim Blick auf die Karte wird einem schnell klar, dass die Provinz Shanxi, wo auch Pingyao liegt, ziemlich genau im Zentrum von China lag, und aus der günstigen Lage resultiert seine Funktion als Umschlagplatz und Knotenpunkt für die Verteilung von Gütern und Geldern. Im 19. Jahrhundert gehörte Shanxi zu den reichsten Provinzen Chinas, begünstigt durch das aufstrebende Bankenwesen und umherziehende Händler, die den Warenaustausch zwischen der Mongolei und Südchina förderten. Die Kaufleute und Händler aus Shanxi waren bekannt für ihre Tüchtigkeit. Hm... irgendwie bin ich auch bisschen stolz auf meine Vorfahren. Damit die Waren und Silber auch sicher ins Ziel ankamen, wurden private und bewaffenete Sicherheitsdienste angeheuert, die vor Räubern schützen sollten. Die besten Sicherheitsdienste kamen auch aus Shanxi.

Hier trainierten die Jungs
Hochzeitskutsche
Alte Türen. Das typische Geräusch beim Öffnen und Schließen klang super

Das höchste Gebäude der Stadt
Das chinesiche Zeichen für Treue
Händler für Kleinkrams, zugeschnitten auf die Touristen
Alte Häuser, auf Hochglanz aufpoliert. Manche der alten Bauten, vor allem Tempeln, wurden vor drei Jahrzehnten im Zuge der proletarischen Kulturrevolution von der Roten Garde zerstört.... man beachte die übrig gebliebene Treppe in der Mitte des Bildes.

Auch Pferdekarren sind vereinzelt noch zu sehen

Donnerstag, 22. Mai 2008

Thailand - Koh Pha Ngan

In Bangkok ließen wir uns vom TAT eine Fahrt nach Koh Pha Ngan andrehen, obwohl wir ursprünglich nach Koh Tao wolten. Nach zwei Tagen Bangkok ging es dann weiter mit Bus und Schiff weiter zu den Inseln, die ca. 800 km weiter im Süden lagen.

Ziemlich bunt - typisch für thailändische Autos
Die Fahrt dauerte 18 Stunden. Nach einer schlaflosen Nacht mussten wir dann zwei Stunden lang irgendwo an einem Flüsschen auf den nächsten Bus warten, der uns zum Hafen fahren sollte. Da bin ich direkt an einem Tisch eingeschlafen (alte Bibliotheksgewohnheit, sowas verlernt man wohl nie). Übrigens ist direkt vor mir auch der Mückenspray zu sehen, unser wichtigster Begleiter für die nächsten Tage.

Irgendwann ging es mit dem Schiff weiter. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Das Meer und der Strand - alles so wunderbar! Es war noch schöner als ich es mir vorgestellt habe...



Wir wohnten in Bungalows, die ungefähr 20 Meter vom Strand entfernt waren. Der Strandabschnitt war ziemlich cool, nur war er ziemlich flach, was zur Folge hatte, dass tagsüber bei Ebbe das Meer ziemlich in die Ferne rückte...
So schauts aus unserem Bungalow aus."Unser" Strand
9° Breitengrad, d.h. zielmich genau 1000 km vom Äquator entfernt. So weit südlich war ich noch nie, und ich wage mal zu behaupten, dass meine Vorfahren (also die letzten paar zigtausend Jahre) auch noch nie so weit nach Süden gereist waren. Man beachte die fast senkrechte Sonneneinstrahlung.
Mit Roman, Hut und mp3 Player - so kann man es genießenUnd am Abend tranken wir am Strand das ein oder andere Bierchen....Unsere wichtigsten Begleiter. Roch ziemlich übel nach Chemikalien (waren sie ja auch), aber ohne sie wären wir wohl gestorben. Die Mücken in Thailand waren schwarz und landeten direkt auf die Haut. Sie waren viel aggressiver als die Mücken, wie man aus Deutschland kennt.

Vor unserem Bungalow

Am nächsten Tag mieteten wir Mopeds - für umgerechnet 4 Euro am Tag. Damit waren die Mopeds günstiger als Mountainbikes auf Sanya. Wir fragten nach Helmen, doch der Vermieter hat uns ausgelacht. Hier trägt keiner Helme. Und die Polizei? Die kontrollieren sowas nicht. Tatsächlich war das den Ordnungshütern in Thailand egal. Wir sahen sogar einen Mopedfahrer mit einem Bier in der Hand!!! Übrigens, diese Dinger sind nicht mit einfachen Straßenrollern in Deutschland zu vergleichen. Sie schaffen bis zu 100 km/h, was wir auf manchen Straßenabschnitten auch voll ausreizten. Mit Tourihut, Flipflops und jeder Menge Wahnsinn gings dann auf die Erkundungstour.

An einer thailändischen Tankstelle. Dieses Wildschwein gehört den Besitzern der Tankstelle. Irgendwie mochte es Gero nicht - und fiel ihn einfach an.Eine typische Tankstelle im Landesinnern. Das Benzin wird von Hand gepumpt, die Menge von Hand abgemessen.Das war auch mal ein Ding. Irgendwo fuhren wir auf ziemlich gut gepflasterte Straßen, und natürlich gab man Gas. Und plötzlich schloss sich daran, und zwar nach einem kleinen Hügel, eine ungefplasterte Landstraße an! Ich bin fast auf die Schnauze geflogen, verlor dabei meinen Hut. Gero, der hinter mir war, konnte dann anschließend diese Bild machen, wie ich zurücklaufen und nach meinem Hut suchen musste.
Ein typisches Restaurant. Man fühlte sich eher wie auf der Terasse einer Familie. Die Hunde und Kinder liefen einfach durch die Gegend. Ingesamt muss man sagen, dass das Angebot der Restaurants überall identisch war. Viele Restaurants hatten sogar das gleiche Menü.


Eigentlich gab es bisher nur Full Moon Parties. Doch irgendwann stellt man fest, dass die Touris nicht so lange bleiben. Also führte man als zusätzliche Einnahmequelle auch noch die Half Moon Parties ein.

Überall Affen.

Elefanten sind sooo cool!


Irgendwann sahen wir dieses Häuschen weiter im Landesinnern. Und als ich anhielt, um ein Bild zu machen, kamen mir einige gut gelaunte Europäer entgegen und meinten, dass wir dort auf jeden Fall einen Tee probieren sollten.
Es stellte sich heraus, dass eine britische Aussteigerin das grüne Haus bewohnte. Sie war ziemlich gut drauf, um nicht zu sagen, high, als sie uns sah. Irgendwas muss sie geraucht haben. Da bin ich mir sicher.


Am nächsten Tag wollte Gero zu dieser einsamen Insel. Seine Insel, wie er sie die restliche Tage sagte. Nur wollte ihn kein Bootsfahrer ihn rüberfahren. Vermutlich ist die Insel in Privatbesitz.




Also gingen wir Schorcheln.
Auf dem Weg nach Koh Ma begegneten wir zwei Mädels, die wir am Strand "zufällig" wiedertrafen. Die mit dem roten T-Shirt wollte mich aus irgendwo in Bangkok kennen. Nur wo, konnte die mit ihrem kaum verständlichem Mix aus Englisch und Thai nicht wirklich verständlich rüberbringen. Naja, irgendwie wollte sie mich dann begleiten. Doch irgendwann begriff sie, dass wir nicht interessiert waren. Tatsächlich sahen wir auf viele (weiße) Ausländer mit einer einheimischen Frau auf ihren Mopeds rumfahren.

Ananas, Cola, Kaugummi und unsere Hüte, aufgenommen auf unserer Rückfahrt nach Bangkok. Insgesamt sollte die Fahrt von Koh Pha Ngan nach Peking 28 Stunden dauern. Mit Boot, Bus, Taxi und Flugzeug und Taxi. Was für Strapazen.
Ich fands faszinierend, Naturforscher Dr. Burghardt eher langweilig. Dieser Hahn konnte einfach auf den Tisch springen! Ziemlich hoch für so ein kleines Tier, wie ich finde..
Zur einfachen Identifizierung der Touristen mussten alle Touris einen Aufkleber mit dem Reiseziel und blabla auf ihre T-Shirts kleben. Mein Reiseziel war also Bangkok. Acha. Und was das rosa Dreieck zu bedeuten hatte, weiss ich bis heute immer noch nicht.
Am Flughafen von Bangkok. Wir kamen um 2 Uhr nachts an, und unser Flieger sollte planmäßig um 7:30 starten. Gero wollte schlafen (man beachte den Aufkleber auf der Rückenlehne), ich hab es erst gar nicht versucht. Achja, natürlich hatten der Flieger Verspätung. Wir flogen erst um 9.